HF 10 Armut und Wohnungslosigkeit (7455)

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Mittwoch11:30 - 13:00 UhrC 310Wagner

Bis in die 1990er Jahre hinein zählte Armut, insbesondere in Deutschland, zu den politischen Tabuthemen. Sie galt lange als historisch besiegt, wurde weitgehend verdrängt oder blieb in ihrer Wahrnehmung auf einzelne „Randgruppen“ beschränkt. Erst im Zuge europäischer Debatten setzte allmählich eine Beschäftigung unter dem Begriff „social exklusion“ ein, die bis heute politisch umstritten bleibt. Unabhängig davon ist eine zunehmende Polarisierung gesellschaftlicher Ressourcenverteilung unverkennbar. Und Armut spielt in seinen unterschiedlichen Facetten in vielen Feldern Sozialer Arbeit eine Rolle. Nach Schätzungen der BAG Wohnungslosenhilfe waren 2016 860.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung, seit 2014 ist dies ein Anstieg um ca. 150%. Wohnungslosigkeit kennt sehr unterschiedliche Formen und betrifft unterschiedliche Bevölkerungsgruppen; auch Frauen, Jugendliche und Migrant_innen werden inzwischen unter ihnen erkennbar.

Das Seminar beschäftigt sich mit der Bedeutung von Situationen sozialer Ausschließung für Theorie und Praxis Sozialer Arbeit, exemplarisch bezugnehmend auf die Form „Armut“ und „Wohnungslosigkeit“. Neben einer Beschäftigung mit der wissenschaftlichen Diskurslage zu den beiden genannten Phänomenen bietet das Seminar auch eine Einführung in exemplarische Arbeitsfelder und Handlungsbezüge Sozialer Arbeit. Begleitliteratur wird im Seminar bekannt gegeben.